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Die Angiologie stellt sich vor!






An dieser Stelle hat sich Professor Karl-Ludwig Schulte, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Angiologie, den Fragen von Dr. Findig gestellt.


  1. Welche Erkrankungen und Patienten behandelt eine Angiologion bzw. ein Angiologe?

    Der internistische Angiologe behandelt alle extrakardialen Gefäßerkrankungen. Gefäßerkrankungen können im Arterien-, Venen- und Lymphgefäßsystem auftreten. Viele der arteriellen Erkrankungen sind atherosklerotisch bedingt. Von einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (auch Schaufensterkrankheit) sind beispielsweise 4,5 Millionen Menschen in Deutschland betroffenen. Damit ist diese Erkrankung eine Volkskrankheit, die mit einem hohen Morbiditätsrisiko vergesellschaftet ist.

  2. Wie sieht der Arbeitsalltag einer Angiologin bzw. eines Angiologen in der Klinik aus?

    Im klinischen Alltag weisen Patienten nicht immer eindeutige Symptome auf. Daher werden sie einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung unterzogen. Nach der Diagnosestellung wird der Patient in der Sekundärprävention beraten, weiter apparativ untersucht und gegebenenfalls einer medikamentösen, kathetertherapeutischen oder gefäßchirurgischen Therapie unterzogen.

  3. Wie wird man Angiologin bzw. Angiologe?

    Es gibt zwei Möglichkeiten, sich in der Angiologie zu spezialisieren. Nach einem so genannten „Common Trunk“ in der Inneren Medizin (3 Jahre) kann direkt danach die Weiterbildung in der Angiologie für weitere drei Jahre fortgesetzt werden. Daneben ist es auch möglich, zunächst die Weiterbildung zum Allgemeininternisten zu absolvieren und anschließend eine weitere Spezialisierung in der Angiologie zu beenden.

  4. Kann jeder Angiologin bzw. Angiologe werden?

    Spezielle Ausschlusskriterien für eine Weiterbildung in der Angiologie gibt es eigentlich nicht. Voraussetzung ist ein Interesse am Fach und den betroffenen Patienten. Bei einer speziellen Weiterbildung in der interventionelle Angiologie muss das Arbeiten im Katheterlabor mit Röntgenstrahlen bedacht werden.

  5. Kann man sich als Angiologin bzw. Angiologe später niederlassen?

    Die Niederlassung als Angiologe ist sehr gut möglich und ein interessantes Arbeitsfeld, da bisher zu wenig niedergelassene internistische Gefäßmediziner zur Verfügung stehen.

  6. Wie sieht der Arbeitsalltag einer Angiologin bzw. eines Angiologen in der Praxis aus?

    In der Praxis werden in der Regel mehr Patienten mit venösen Erkrankungen (Thrombose, Varicosis) behandelt als mit arteriellen Erkrankungen. Es ist aber auch eine schwerpunktmäßige Spezialisierung möglich, sodass Patienten mit arteriellen Erkrankungen in der Peripherie, im Abdomen und in den hirnzuführenden Arterien in großer Zahl betreut werden. Neben der körperlichen Untersuchung sind weitere Arbeitsfelder die apparative Diagnostik, Dopplerdruckmessung, Laufband, farbcodierte Duplexsonographie, Kapillaroskopie, Plethysmographie, Oszillographie und gegebenenfalls DSA-Angiographie mit Interventionen.

  7. Was fasziniert Sie so sehr an der Angiologie?

    Das Faszinierende an der Angiologie ist die Breite der Gefäßerkrankungen mit sehr guten Möglichkeiten in der Sekundärprävention, Primärbehandlung und Nachsorge. Auch der technische manuelle Teil muss nicht zu kurz kommen.

  8. Welche Vorurteile bestehen gegenüber dem Beruf der Angiologin bzw. des Angiologen und was ist da dran?

    Die Vorurteile bestanden häufig darin, dass die eigentlichen therapeutischen Maßnahmen der Interdisziplinarität der Gefäßmedizin anderen Fächern vorbehalten bleiben. Dieses hat sich in den letzten Jahren deutlich geändert, da auch Angiologen das gesamte Spektrum von Diagnostik und Therapie im Prinzip anbieten können.

  9. Wie unterstützen die Fachgesellschaften und der Berufsverband einen Berufsanfänger auf dem Weg zur Angiologin bzw. zum Angiologen?

    Die Fachgesellschaften und der Berufsverband unterstützen die Angiologen in Klinik und Praxis mit Weiterbildungsmöglichkeiten, der Förderung von wissenschaftlichen Studien, der Entwicklung von Leitlinien, der notwendigen anzustrebenden Novellierung von Weiterbildungsordnungen und auch Pressearbeit mit Aufklärungskampagnen zu den verschiedenen Erkrankungen.

  10. Wem würden Sie empfehlen eine Angiologin bzw. ein Angiologe zu werden?

    Jeder Arzt, der kardiovaskulär interessiert ist und ein für die Zukunft interessantes und aussichtsreiches Arbeitsfeld sucht, sollte auch an die Angiologie denken.