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Die Innere Medizin stellt sich vor!







An dieser Stelle hat sich Dr. med. Michael Denkinger (außerordentliches Mitglied des Vorstandes des Berufsverbandes Deutscher Internisten e. V., Weiterbildungsordnung) den Fragen von Dr. Findig gestellt.


  1. Welche Erkrankungen und Patienten behandelt eine Internistin bzw. ein Internist?

    Internisten behandeln ein solche Vielzahl verschiedener Patientinnen und Patienten, dass es schwer fällt, einen Überblick zu verschaffen.
    Die Innere Medizin hat sich dabei immer schon als eine Art Grundlagendisziplin verstanden, die die großen Zusammenhänge erkennt und auf der viele andere Fachgebiete aufbauen bzw. daraus hervorgegangen sind. Grundsätzlich sind es Erkrankungen der inneren Organe. Invasive Eingriffe dienen vornehmlich der Diagnostik oder der Notfalltherapie und werden meist in den einzelnen Schwerpunkt-Fachgebieten abgeleistet. So erfolgen die Gastroskopie häufig nur in der Gastroenterologie und Herzkatheter-Untersuchungen in der Kardiologie usw..
    Sehr interessante diagnostische apparative Möglichkeiten hat der Internist durch Nutzung der Tomographen (MRT, CT) und des Röntgens, welche er gemeinsam mit den Radiologen beurteilt. Vor allem aber die Ultraschall-Diagnostik, die in den letzten Jahren zur internistischen Domäne geworden ist, liefert gute Einblicke in den menschlichen Körper.

    Das wichtigste Werkzeug des Internisten ist meistens die medikamentöse Therapie, die von zahlreichen anderen funktionellen Therapien unterstützt wird. Des Weiteren findet eine enge Kooperation mit anderen Fachgebieten wie beispielsweise der Chirurgie statt.

    Die Internistin bzw. der Internist ist mit nahezu allen möglichen Pathologien beschäftigt: einfache oder komplizierte Infektionen durch verschiedene Erreger sowie immunologisch-bedingte, Gefäß-bedingte und Stoffwechsel-bedingte Erkrankungen.
    Doch auch gut- und bösartige Tumoren, psychisch vermittelte und chronisch degenerative Erkrankungen werden durch uns behandelt. Dabei treffen wir auf ein großes Spektrum von jungen bis älteren Patienten mit einzelnen oder sogar mehreren gleichzeitig aktiven Erkrankungen.
    Die Innere Medizin ist immer spannend!

  2. Wie sieht der Arbeitsalltag einer Internistin bzw. eines Internisten in der Klinik aus?

    Es gibt nicht einen Alltag.
    Deshalb will ich hier nur auf den Berufsanfänger eingehen: Der junge Stationsarzt kommt morgens meistens gegen 8 Uhr in die Klinik (bei mir ist es gerade 7 Uhr, eher früh für die Innere). Dann nimmt er entweder Blut ab (außer es macht ein Famulant oder ein speziell ausgebildetete(r) Pfleger/Krankenschwester).
    Diese „Last“ hat auch nützliche Aspekte, weil man hier gleich die Visite einleiten und den Zustand der Patienten erfragen kann (das ist am wichtigsten bei denen, die Blut abgenommen bekommen, da Sie oft kränker sind als andere).
    Dann sichtet man Befunde, die noch eingetroffen sind und diktiert die Entlassungsbriefe der Patienten, die noch am selben Tag nach Hause gehen.
    Bis 10 Uhr erfolgt dann meistens eine (anderen Fächern gegenüber meist etwas ausführlichere) Visite, wo der Patient auch nochmals untersucht wird. Dabei werden auch die Therapien festgelegt und diskutiert (bei der Oberarzt/Chefarztvisite oder mit PJ-lern und dem Pflegepersonal).

    Anschließend ist es je nach Klinik oft möglich, einzelne Diagnostiken und Therapien durchzuführen: Sonographie, Punktionen von Körperhöhlen, Verabreichung einzelner parenteraler Medikamente etc..

    Meist gibt es eine Röntgenbesprechung in der gemeinsam mit dem Radiologien die Bildgebung besprochen und vorgestellt wird. Anschließend werden meist noch Briefe für Entlassungen an den kommenden Tagen vorbereitet (diktiert). Und je nach Klinik geht man dann in den Dienst, pünktlich oder aber viel zu spät nach Hause.

    Wo das gut klappt erfahrt Ihr unter:

    www.bdi.de/weiterbildung

    Mitmachen und weitersagen!

  3. Wie wird man Internistin bzw. Internist?

    In der Inneren Medizin gibt es den „Common Trunk“ der allgemeinen Internistischen Ausbildung.
    Das sind drei Jahre in einer Spezialgebiet-übergreifenden Klinik für Innere Medizin zur Vermittlung von Grundlagen. Anschließend kann man sich gleich für sein Teilgebiet entscheiden und drei Jahre in diesem verbringen.

    Nach 6 Jahren nennt man sich dann beispielsweise Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie. Oder man macht den allgemeinen Internisten in 5 Jahren, ist dann 1 Jahr früher Facharzt für Innere Medizin und sattelt anschließend 3 Jahre im Spezialgebiet oben drauf.

    Weitere aktuelle Informationen zu Landes- und Europa-rechtlichen Konsequenzen und Bewertungen von Weiterbildung in der Inneren Medizin verschiedener Kliniken erhaltet Ihr unter

    www.bdi.de/weiterbildung

  4. Kann jeder Internistin bzw. Internist werden?

    Jeder oder jede, der/die mit einem Sinn für Zusammenhänge und einem gewissen detektivischen Spürsinn ausgestattet ist muss fast schon Internist werden.
    Können tun das auch alle Anderen, die Medizin studiert haben!

  5. Kann man sich als Internistin bzw. Internist später niederlassen?

    Ja, entweder als hausärztlich tätiger Facharzt-Internist ohne Schwerpunkt (es gibt zur Zeit die Möglichkeit in unterversorgten Gebieten bestimmte Schwerpunktkompetenzen auch abbilden zu können) oder als Internist mit Schwerpunkt, z.B. als Gastroenterologe, Kardiologe, Rheumatologe usw.

  6. Was fasziniert Sie so sehr an der Inneren Medizin?

    Die Vielfalt der Erkrankungen, die interessanten Zusammenhänge, das allgemeine Wissen um Krankheit, meistens eine Lösung zu finden, die Altersspanne und nicht zuletzt der direkte Patientenkontakt.

  7. Welche Vorurteile bestehen gegenüber dem Beruf der Internistin bzw. des Internisten und was ist da dran?

    Das man nichts wirklich aktiv tun kann, sondern nur Pillen verschreibt:
    Stimmt überhaupt nicht. Dadurch, dass die Internisten die Diagnostik und die endoskopischen oder Katheter-Techniken nicht abgegeben haben, sind zahlreiche spannenden Funktionen möglich und durchführbar!

  8. Wie unterstützen die Fachgesellschaften und der Berufsverband einen Berufsanfänger auf dem Weg zur Internistin bzw. zum Internisten?

    Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) unterstützt sogar schon vor dem Berufstart beispielsweise durch ein Stipendium für Studenten, die besonders an der Inneren Medizin interessiert sind. Nähere Informationen gibt es hier. Darüber hinaus erhalten alle Mitglieder kostenlos die mit aktuellen Reviews zu den wichtigsten Erkrankungen erscheinende Zeitung „Der Internist“. Der BDI liefert außerdem regelmäßig aktuelle Informationen zu Entwicklungen im Fachgebiet und setzt sich insbesondere für die Belange junger Ärzte ein durch einen Repräsentanten der jungen Internisten im Vorstand. Er bietet kompetente Rechtsberatung und ein Portal für Weiterbildungsbewertung und aktuelle Informationen für junge Kollegen. Wenn gewünscht, kann man sich auch aktiv durch Mitarbeit in entsprechenden Gremien einbringen!

  9. Wem würden Sie empfehlen Internistin bzw. Internist zu werden?

    Grundsätzlich allen, die Spaß an der Medizin haben!