Hier gibt Dr. Findig Insidertipps
für Dein Medizinstudium
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Deine erste Ambulanz

Willst Du erfahren, welche Patienten und Probleme Du einmal haben wirst, wenn Du Dich als Facharzt niedergelassenen hast, dann bekommst Du einen Einblick, wenn Du in der Ambulanz Deiner Klinik arbeitest. Die Übergänge zur Notaufnahme sind allerdings sehr fließend und während Deines Dienstes musst Du meistens sowieso alles beherrschen. Schau daher nochmal bei den Tipps „Deine erste Notaufnahme“ und „Der erste Dienst“ vorbei.

Im Gegensatz zu der Notaufnahme hat man es hier meistens mit Patienten zu tun, die nicht akut in Gefahr sind. Im Krankenhaus dient die Ambulanz auch als Schnittstelle zwischen Hausarzt und Station. Hier entscheidet sich, ob ein Patient stationär behandelt werden muss, ob eine Operation geplant werden soll oder ob der Patient weiter ambulant behandelt wird. Gerade bei Letzterem stellt sich außerdem die Frage, ob Du die Behandlung weiter führst und den Patienten für einen der nächsten Tage wieder einbestellst oder ihn zurück zum Hausarzt schickst. Diese Entscheidung wird dabei nicht nur aufgrund von medizinischen Kriterien gefällt. Hier spielen auch organisatorische, soziale, finanzielle und politische Gründe eine Rolle. Ist es, auch bei einer schwierigen Behandlung, für den Patienten vielleicht einfacher sich vom Hausarzt weiter behandeln zu lassen, weil seine Praxis direkt bei ihm um die Ecke liegt? Hat der Hausarzt denn die notwendigen Möglichkeiten? Ist Deine Ambulanz von der Kassenärztlichen Vereinigung für ambulante Behandlungen zugelassen? Werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen?

Hier hilft es, sich an die Sprechstundenhilfen der Ambulanz zu wenden, die meistens die Antworten parat haben, weil sie sich schon bei der Aufnahme um diese Fragen kümmern.

Die Ambulanz Hier bloß keine Unordnung anrichten! Das ist das Reich der Ambulanzhilfen!

Weiterbehandlung

Nur ganz selten wirst Du einen Patienten bis zum absoluten Abschluss der Behandlung in Deiner Klinik-Ambulanz behandeln. Früher oder später kann die Behandlung problemlos vom Hausarzt übernommen werden. Das gilt im Übrigen auch für Deine Patienten aus der Notaufnahme, die Du nach der Notfallbehandlung wieder nach Hause lässt. Da Du meistens nur eine Momentaufnahme siehst, solltest Du wirklich JEDEM empfehlen, am nächsten oder übernächsten Tag bei seinem Hausarzt vorstellig zu werden, damit dieser die Behandlung fortsetzen kann. So ist gewährleistet, dass der Patient bei einer Befundverschlechterung auch wieder rechtzeitig ins Krankenhaus geschickt wird oder die Therapie vom Hausarzt angepasst werden kann. Diese Empfehlung solltest Du auch IMMER dokumentieren, damit Dir nicht hinterher ein Patient bei neuen Komplikationen vorwerfen kann, Du hättest ihm gesagt, er könne das alles selber behandeln.

Außerdem gehört es zum guten Ton, den Patienten mit einem netten Brief dem Hausarzt wieder zurückzuschicken, damit der Kollege weiß, ob er richtig gehandelt hat, als er den Patienten geschickt hat und wie die Therapie weitergeht. Manchmal empfiehlt es sich auch, den Hausarzt zu informieren, warum der Patient in ambulanter oder stationärer Behandlung durch Dich bleibt, damit er nicht den Eindruck bekommt, Du würdest ihm grundlos seine Patienten klauen. Am Ende solltest Du ihn sowieso wieder zu seinem Hausarzt schicken, damit er sich von Deiner erfolgreichen Therapie überzeugen kann und auch weiterhin Patienten in Deine Ambulanzklinik schickt.

Du siehst, in der Ambulanz herrschen eigene Gesetze. Wenn Du Dich daran hältst kann gar nichts passieren und dann kann es sogar Spaß machen, da man auch mal einen Patienten bis zum Abschluss der Behandlung begleiten kann.

Viel Spaß wünscht Dir

Dein Dr. Felix Findig